Das erste Mal

Aufgrund eines Blogparade-Aufrufes von ElfgegenElf kam ich zu der Gelegenheit, einmal über meinen ersten Stadionbesuch nachzudenken und ich überraschte mich selbst.

Mein erster Besuch in einem Stadion. Als ich so überlegte, fiel mir spontan das Spiel von Turbine gegen den FFC im Winter 2004 ein. Doch auch zu meinem eigenen Erstaunen musste ich feststellen, dass dies nicht mein erstes Mal gewesen war.

Mein erstes Stadion von innen sah ich am 10. August 2003, ich war schon 16, und es befand sich nicht in Potsdam, sondern in Berlin. Zweiter Spieltag der 2. Bundesliga, Union Berlin gegen Energie Cottbus.

Entgegen der Vermutung sympathisierte ich für die Berliner. Cottbus fand ich, trotz meiner Brandenburger Herkunft, eher so naja. Fan war ich aber auch nicht von den Unionern, ich fand die Mannschaft nur ganz gut und wollte mir mal ein echtes Ostderby können.

Begleitet wurde ich von einer Schulfreundin. Die Idee zum Spiel zu gehen kam eigentlich auch eher von ihr. Wir hatten gerade unsere gemeinsame Schulzeit beendet, besuchten unterschiedliche Gymnasien, und bemühten uns, weiterhin Freunde zu bleiben.

Wir trafen uns am S-Bahnhof Köpenick, zu dem mich meine Eltern brachten, schließlich war ich ein jugendliches Landei, dass noch nicht allein in die große Stadt durfte.

Begleitet von einem Bekannten meiner Freundin liefen wir zusammen Richtung Stadion, suchten uns einen freien Platz auf der Gegengerade und ließen uns auf das ein, was auf dem Rasen geboten wurde. Für sie und mich war es das erste Live-Fußballspiel. Für ihn hingegen nicht. Er war begeisterter Unioner.

Vom Spiel selbst weiß ich nur noch, dass es nicht gerade vor Spannung strotzte. In der ersten Halbzeit fiel das Tor des Tages. Energie traf nach einem Elfmeterpfiff zum 1:0. Geblieben ist auch, dass es sagenhaft heiß war, in der Halbzeit sorgten die Stadionhelfer mit Wasserschläuchen für Abkühlung. Ansonsten jede Menge Schmähgesängen auf beiden Seiten.

Nach dem Abpfiff hieß es warten, ehe die Polizei unseren Block dafür vorsah, das Stadion zu verlassen. Durch mehrere Schleusen und Kontrollen gelangten wir zurück an den S-Bahnhof, wo wir uns trennten. Für mich ging es zurück nach Hause, für sie ins Internat.

Und obwohl ich ein echtes Ostderby, in einem der schönsten Stadion Deutschlands, gesehen hatte, war der Funke nicht so recht übergesprungen. Eine nette Erfahrung, mehr aber auch nicht.

Was wohl auch daran lag, dass ich eher aus einem anderen Grund als den Fußball mitgegangen war.

Sie zu sehen, war für mich das Highlight an diesem Tages gewesen, nicht der Fußball. Er nur eine Art Mittel zum Zweck. Sie war damals meine beste Freundin und ich unsäglicherweise in sie verliebt, was sie damals aber nicht wusste. Vielleicht war das auch einer der Gründe, warum für mich der Sport an diesem Nachmittag nicht die nötige Beachtung fand.

So wird mein allererster Stadionbesuch ein eher unbedeutendes Ereignis für mich bleiben. Der Fußball wurde für mich eher eine Liebe auf den zweiten Blick. Ankommen sollte ich erst ein gutes halbes Jahr an anderer Stelle.

Im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam.

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