Der erste Schritt

Frankfurt. Wieder einmal Frankfurt. Wieder eines dieser Spiele, in denen man wenig gewinnen, aber umso mehr verlieren kann. Mit einem Sieg ist die Hoffnung auf die Champions League noch greifbar. Es scheint als wäre wieder Juni.

Wieder mal nach Frankfurt

Vergangene Saison, 1. Juni 2014. Nach dem unnötigen Punktverlust gegen Cloppenburg mussten drei Punkte her, um sich noch in den internationalen Wettbewerb zu retten. Am Ende versagten die Nerven, statt Turbine bejubelte der FFC die Qualifikation.

Soweit wird es am kommenden Sonntag nicht kommen. Und doch steht nicht minder wenig an diesem 14. Spieltag auf dem Spiel. Wenn auch die Vorzeichen ein wenig anders sind, beide Frauenfußball-Clubs befinden sich in ähnlichen Situationen.

Nur ein Sieg zählt

Auf Platz 3 und 4 hecheln beide der Konkurrenz mit dem finanzstarken Background hinterher. Potsdam mit zwei Punkten hinter Platz 2 immerhin noch in Schlagdistanz. Für Frankfurt mit fünf Punkten Rückstand wird es schon enger. Ein Sieg für beide Pflicht, denn nur dieser kann am Ende die Hoffnung am Leben halten, wieder in der UWCL antreten zu dürfen.

Es wird wieder solch ein Spiel, in dem auch die mentale Stärke über den Ausgang entscheiden wird. Tagesform nennt man dies umgangssprachlich auch gerne. Das Hinspiel entschied Turbine eindrucksvoll für sich. Rückblickend die beste Partie der bisherigen Saison. Es sollte der einzige Sieg gegen eines der großen Teams bleiben. Einer der wenigen Glanzpunkte der bisherigen Saison. Es folgten verpasste Chancen, viel Kampf und Krampf.

Das man aktuell noch vor der Konkurrenz aus Frankfurt steht,  ist der Tatsache geschuldet, dass dieser kein einziger Punktgewinn gegen die oberen Teams gelang. Einzig im Pokalviertelfinale gegen den FC Bayern München setzte man sich durch. Gerne kann dies auch nach dem 15. Februar so bleiben.

Erster Härtetest direkt zum Start

Nun steht man sich wieder gegenüber. Ausgerechnet das erste Punktspiel 2015 hält für beide Clubs diese Begegnung bereit. Ein Spiel ins Ungewisse. Ein Kaltstart für beide, der unberechenbar ist, weil man nie so recht weiß, wo man eigentlich steht.

Ob die Form gut und wie gefestigt diese wirklich ist. Eine Aufgabe vor der aber beide Mannschaften stehen, in einem Spiel, das schon über den weiteren Saisonverlauf entscheiden kann. Der Druck ist entsprechend hoch, auf beiden Seiten.

Der Eine mag es undankbar nennen oder schlechte Ligaplanung. Die Konkurrenz bekommt schließlich noch ein Spiel zum „eingewöhnen“, ehe sich der VfL und Bayern gegenüberstehen.
Der Andere sieht darin eine Chance Zeichen zu setzen, den Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen, die Gunst der Stunde zu nutzen.

Außerdem wollen auch vermeintlich schwächere Gegner erst einmal besiegt werden. Auch Turbine verlor einst ein Saisonauftaktspiel in Crailsheim glorreich mit 0:1.

Es ist ruhiger geworden

ntensiv wird es werden, auch wenn es bei weitem nicht mehr diese Hass-Duelle aus vergangenen Zeiten sind. Man ist netter zueinander geworden. Beim letzten Auswärtsspiel wurde der Stadionsprecher nicht müde zu erzählen, was die beiden FFCs für den Frauenfußball geleistet haben. Zusammen sei man die Tradition des Sportes.

Es war schon fast eine kuschlige Atmosphäre am Bornheimer Hang. Wenn uns doch einiges trennt, die Probleme einen beide FFCs am Ende wieder. Wenn das der eine oder andere auch nur ungern zugeben will.

Die Brisanz ist indes nicht weniger geworden, weil es eben noch immer um viel geht. Und ein Sieg gegen den Erzfeind lässt manche Saison am Ende mit zufriedeneren Augen sehen. Den psychologischen Vorteil scheint dieses Mal Potsdam auf seiner Seite zu haben, zu eindeutig war die Niederlage im Hinspiel, wenn ein 2:1 dies auch nicht auszudrücken vermag.

Drei neue Gesichter

Aber wie so oft sieht der Kader wieder einmal anders aus als am dritten Spieltag. Die Abgänge hielten sich in Grenzen, ein einziger ist zu beklagen, auch wenn es einer Mannschaft nie gut tut, wenn ihr kreatives Herz sie verlässt. Wenn man aber ehrlich ist, war dieses schon zum Ende des Jahres leicht aus dem Takt gekommen.

Wieder in den Rhythmus bringen, soll es eine Bosnierin, von der Schröder sagt, sie sei viel mehr als nur ein Ersatz, hochtalentiert aber auch sehr sensibel. Das Spiel am Sonntag kommt aber wohl zu früh für sie. Man muss Geduld mit ihr haben.

Hingegen in der Startelf sehen, wird man aller Voraussicht nach die beiden anderen Neuzugänge aus China und Dänemark. Erstere wird das Turbine Tor hüten, die zweite soll für mehr Stabilität in der Defensive sorgen.

Von den Qualitäten der drei durfte man sich sowohl in als auch außerhalb der Halle überzeugen. Und davon haben sie alle eine Menge.

Die Richtung wird bestimmt

Und so geht der Blick erwartungsvoll gen Wochenende. Nicht mit der Sicherheit dieses Spiel  in jedem Fall zu gewinnen, aber doch mit einer Portion Optimismus, dass man eine echte Chance am Brentanobad haben wird. Aber auch, dass man das Niveau der letzten Spiele verlässt und wieder anfängt Fußball zu spielen.

Es bleiben noch neun Bundesliga-Spiele um das Saisonziel UWCL-Qualikation zu erreichen. Ein schweres, aber nicht unmögliches. Alles weitere wäre eine schöne Zugabe.

Der erste Schritt in die richtige Richtung muss Sonntag gegangen werden. Und dieser ist bekanntlich immer der schwerste.

 

 

 

 

 

 

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