Die NWSL- des Traumes dritter Versuch

Am Anfang stand die WUSA, ihr folgte WPS und jetzt soll es die NWSL richten. Diese drei Abkürzungen sind nicht weniger als der Inbegriff des Traumes, dass auch Frauen auf Profiniveau Fussball spielen können. Und zwar nicht nur in Punkto Umfeld, sondern auch bei der Bezahlung.

Aber von Anfang an. 2001 wurde mit der Women‘s United Soccer Association (WUSA) die erste echte Profiliga für Frauen ins Leben gerufen. Acht Mannschaften kämpften um den Titel. So etwas hatte es noch nie gegeben. Die Spielerinnen waren Vollprofis, ein echter Luxus. Viele Stars folgten dem verlockenden Ruf in die USA. Steffi Jones, Bettina Wiegmann und Birgit Prinz waren nur ein paar dieser Stars.

Nur leider kosteten diese Weltstars einiges an Geld. Geld, was nicht da war. 2003 stand es auf Messerschneide. Die Investoren wollten nicht mehr, nur ein WM-Titel hätte die Liga noch retten können. Im Halbfinale war gegen Deutschland aber schon Schluss für die USA. Was folgte war absehbar. Keine Titel, keine Liga.

Aber es sollte nicht das letzte Wort sein. Der Wunsch nach einer solchen Liga blieb bestehen. Mit der Women‘s Professional Soccer (WPS) erfolgte ein Neustart. Wieder mit viel Geld, acht Teams und jede Menge Stars. Deutsche zog es nicht so sehr in die Liga, dafür mehr Engländerinnen. Über allem schwebten aber die US-Stars und Marta.

Die brasilianische Fußballerin war einer der größten Stars der Liga. Die Stadien waren voll, die Liga begeisterte die Menschen auch im Ausland. Aber schon nach einer Saison machte das Geld wieder Ärger. Die Clubs ließen sich einfach nicht finanzieren. 2010 starteten nur noch sieben, 2011 nur noch sechs Teams. Man konnte beim Niedergang regelrecht zu sehen. Ein Rechtsstreit zwischen dem Eigner des Teams Magic Jack und der Ligaorganisation brachte am 30.01.2011 den endgültigen K.O.

Die schöne Idee vom Profi-Frauenfussball schien gestorben. Zahlreiche jüngere amerikanische Spielerinnen verließen die USA um in Europa zu spielen. Es zog sie nach England, Schweden, Frankreich oder auch Deutschland. Zeitweise stellten die Amerikanerinnen die größte Gruppe an ausländischen Spielerinnen in der Bundesliga. Die Nationalspielerinnen verblieben zumeist in der Heimat, hielten sich mit der Auswahl und ein paar Spielen in der WSPL Elite fit. Aber alle guten Dinge sind eben doch drei.

Nach langem Für und Wider wurde wieder eine Liga geboren, die in diesem April an den Start gehen soll. Ihr Name National Women‘s Soccer League, ein bisschen was von beiden Namen der Vorgänger. Dieses Mal soll aber alles anders werden, dieses Mal soll es länger halten als nur bis zum nächsten Großereignis. Man will damit die Jugend und vor allem die Nationalmannschaft der USA fördern. Fußball auf hohem Niveau eben.

Das zentrale Thema im Vorfeld war natürlich die Finanzierung. Beide vorherigen Ligen waren am Geld gescheitert. Diese Problem soll mit einem einfach System behoben werden. Es wird wieder eine Gehaltsgrenze geben. Die Topspielerinnen aus den USA, Kanada und Mexiko werden indes von den jeweiligen Landesverbänden bezahlt. Ein Wettbieten um diese soll es nicht mehr geben. Alle Mannschaften sollen die Chance bekommen, einen Kader zusammen zu stellen, der konkurrenzfähig ist. Was gleich ist, sind die acht Mannschaften. Kritiker sagen, dass solch eine Liga zu klein ist, die Befürworter merken an, dass das Leistungsgefälle zwischen den Teams geringer ausfallen wird.

Die Ansätze sind vernünftiger als bei der WUSA und der WPS, aber ob das schon des Pudels Kern ist? All diese Ligen eint die eine große Idee des Profi-Frauenfussballs. Auch in Deutschland träumt man von diesem System. Man arbeitet auch daran, aber das eben schon seit 1997. Seit diesem Zeitpunkt besteht die eingleisige Bundesliga.

Einige Mannschaften haben es inzwischen geschafft diesen Status erreicht, andere sind kaum weiter gekommen als 1997. Ein normaler Prozess, wenn man so will. In den USA will man aber nicht warten, hier will man alles gleich und sofort. Jedenfalls erweckt es den Eindruck. Man hat eben eine klare Vorstellung von dem, was man will. Wer guten Fussball spielt, soll auch gutes Geld bekommen. Man hat sich das einfach auch verdient, wie Hope Solo es ausgedrückt hat.

Aber was ist eine Liga wirklich wert, aus der man nicht absteigen kann, in der Spielerinnen den Mannschaften zugeordnet werden. In der NWSL gibt es für alles Vorschriften. Jedes Team hat 7-8 Nationalspielerinnen, 4 freie Spielerinnen, 8 College Spielerinnen. Dazu kommen dann noch Spielerinnen aus einem weiteren Draft-Verfahren und nochmals einem freien Wettbewerb.

Nur 2 Ausländerin sind erlaubt. All das zusammen, nehmen dem ganzen ein wenig die Spannung. Es wird der Eindruck erweckt, als gäbe es keinen echten Wettbewerb. Dieses System der Verteilung, ist in den USA durch aus normal, aber für uns Europäer wirkt es eher befremdlich. Auch die Tatsache, dass es im Land der begrenzten Möglichkeiten mehr Beschränkungen und Regeln als irgendwo anders gibt, lässt einen ein wenig Schmunzeln.

Auch das Gehaltsgefälle innerhalb der Teams wird sehr groß sein. Profifussball wird es also auch nicht zwangsläufig für jeden geben. Schon jetzt gibt es zahlreiche Spielerinnen, welche aus den Draft-Verfahren gewählt wurden, die der Liga abgesagt haben.

Auch zwei Nationalspielerinnen, Megan Rapinoe und Tobin Heath, werden erst später in der Liga mit spielen. Sie haben zuerst noch Engagements in Frankreich. Nicht gerade ein gutes Zeichen. Eigentlich sollten gerade diese an die Liga glauben.

Die Gründe für die Absagen sind vielfältig und auch nachvollziehbar, aber auch die Erfahrung haben viele kritischer werden lassen. Ob es diesmal wirklich auf Dauer mit der Liga klappen wird, bleibt auch zu bezweifeln. Nicht wenige rechnen damit, das nach der WM in Kanada 2015 doch wieder Schluss sein wird.

Vielleicht kommt es aber auch anders, und man hat endlich das richtige Rezept für seine Profiliga gefunden. Zu wünschen wäre es ihnen. Ein Land, dass mit seiner Nationalmannschaft so exzellenten Fussball bietet, hat auch eine eigene Liga verdient, die diese Qualität widerspiegelt.

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