Egal was kommt, schön wars

Es ist beinahe 1 1/2 Jahre her, dass hier etwas neues erschien. Die letzte Saison hatte Kraft und Nerven gekostet. Mal gab es nichts zu sagen, mal fehlte die Zeit.

Sechs Spiele in fünf Wochen

Fast ist sie schon zu Ende diese Saison, die ganz anders verlief als manche geglaubt oder auch gehofft hatten. Aus einer Truppe, die den Abstieg eines Traditionsclubs begründen sollten, wurde eine Mannschaft, die sich anschickt, einen echten Coup zu landen.

Die nächsten fünf Wochen werden zeigen, wohin die Reise gehen wird. Ob man mittwochs wieder öfter früher von Arbeit los muss, gar ein neuer Absatz in den Briefkopf eingepflegt werden muss oder am Ende wieder Mal ein vierter Platz zu Buche stehen wird. Aber egal was kommt, schön war sie, die Saison Eins nach Schröder.

Ein Blick zurück

Es ist gerade Zeit, all das Geschehende einmal Revue passieren zu lassen. Sicher, ein Saisonrückblick vor dem 17. Spieltag ist mehr als verfrüht, aber das was ich aussagen möchte, soll weder leicht sein, weil im Überschwung der Gefühle, noch soll ein „trotzdem“ den Eindruck zerstören.

In den letzten Jahren ging es mit Turbine tabellarisch kontinuierlich bergab. Einen siebten Platz hatten wohl die wenigsten Stadiongänger bisher miterlebt. Turbine Potsdam, ein Traditionsclub auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, so wie viele andere vor ihnen. Nicht mehr konkurrenzfähig, weder sportlich noch marktwirtschaftlich. Gar von Abstieg sprachen viele, wobei hier wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens war.

Und wenn ich ehrlich bin, auch ich hatte so meine Zweifel und schon fast Angst, wie es um den liebsten Verein steht. Die Konkurrenz enteilt und der neue Cheftrainer mit wenig Erfahrung.

Die Vorbereitung lief so lala, aber wer will schon Trainingsweltmeister werden. Die Kapitänin fiel zu Saisonstart aus, eigentlich war der Käse schon wieder geschnitten. Die Erwartungen waren sowieso eher im unteren Bereich. Ein paar mehr Siege und deutlich weniger Tränen, das allein hätte den meisten schon genügt.

Zwischenzeitlich bester Sturm, beste Abwehr

Aber es sollte anders kommen. Turbine spielte auf einmal wieder Fußball und das sogar noch schön. Gegentore hatten Seltenheitswert, das neue System funktionierte immer besser und am Ende kam sogar das Glück zurück. Eine einzige Niederlage in Freiburg stand nach 11 Spieltagen zu Buche. Turbine grüßte vom ersten Platz, Herbstmeister.

Ein Titel so wertvoll wie die goldene Ananas, aber für viele der Beweis, dass auch ein reiner Frauenclub noch mithalten kann und auch ein Stück weit Genugtuung für viele Kommentare über die mangelnde Klasse der Spielerinnen und die, dass solch ein Klub vielleicht nicht mehr so recht in die Zeit passe.

Ein echtes Siegerteam geformt

Das verblüffende ist, die Gesichter haben sich nicht groß gewandelt, nur der Erfolg war zurück. Ob es Schröders Abgang, dem veränderten Training oder dem neuen Trainerteam geschuldet war, keiner hat darauf eine echte Antwort.

Sicher ist nur, was Matthias Rudolph, Dirk Heinrichs und Jennifer Zietz geschafft haben, hätte ihnen niemand wirklich zugetraut. Sie schufen aus einer verunsicherten Truppe eine Siegermannschaft. Eine, die sich das Glück auch mal erzwingt und sich selbst belohnt.

Zur Rückrunde kam der Motor etwas ins Stottern, aber ich will mich gar nicht beschweren. Das Saisonziel erreicht, gar einen neuen Punkterekord aufgestellt – noch nie hatte Turbine am 15. Spieltag 40 Punkte erreicht.

Das europäische Geschäft winkt

Natürlich träumt schon so mancher wieder von Abenden in der Champions League, mich nicht ausgenommen, aber diese als Übergang gestartete Saison, bleibt ein Gewinn für den Verein. Und das Beste, die Leistungsträgerinnen bleiben dem Verein endlich einmal treu.

Der Kader für die nächsten zwei Saisons steht schon jetzt so gut wie fest, muss nur punktuell ergänzt werden. Kontinuität, ein Gefühl das man in Potsdam schon gar nicht mehr kennt. Auch das lässt optimistisch in die Zukunft schauen, denn diese Mannschaft hat bei weitem das Zeug um Großes zu schaffen. Wenn nicht die dieser, dann in jedem Fall in einer der kommenden Saisons.

Der Blick in die Zukunft ist zuversichtlich

Turbine hat sich zurück ins Gespräch gebracht. Man gehört (endlich) wieder zu den großen Vieren. Bei allen Erwartungen, die schon wieder aufkommen, man sollte den Endspurt in einer gewissen Art genießen. Man kann, man sollte schon fast auf diese Mannschaft, die Arbeit im Umfeld und überhaupt diese Saison 2016/17 stolz sein.

Alle Erwartungen und Hoffnungen an diese Spielzeit wurden übertroffen. Verträge von Spielerinnen verlängert, die man schon sicher in anderen Trikots wähnte. Alle mal ein Grund zum Feiern, wenn am 21. Mai die Saison 2016/17 endet.

Und vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, wird sogar Sekt serviert. 😉

 

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