Es ist noch viel zu tun

Da war er also, der Dämpfer in der Vorbereitung. Wie schon im letzten Jahr zeigte der FF USV Jena den Turbinen auf, dass es immer noch viel zu tun gibt.

Der Ligakonkurrent legte den Turbinen ihre Schwachstellen frei und brachte die Gewissheit, dass vor dem Start der Bundesliga noch viel zu tun ist.

Vieles was in den Spielen zuvor schon gut und auch immer besser funktionierte, wollte an diesem Samstag nicht gelingen. Die gesamte Mannschaft agierte zu hektisch, fand nur selten zu einem ruhigen und kontrollierten Spielaufbau.

Gelang dies doch einmal, war es gerade in der Offensive recht ansehnlich. So kamen auch alle drei Stürmerinnen, an diesen Tag Asana Nagasato, Genoveva Anonma und Natascha Andonova, zu ihren Treffern. Auf der Gegenseite sorgte der USV schon für einige Unruhe, ohne wirklich zwingend zu agieren.

Alle drei Gegentore waren das Produkt eklataner individueller Fehler in der Potsdamer Hintermannschaft, denn allzu viel zu gelassen hatte diese, trotz der Schwierigkeiten, nicht.

Die Aussage von Dirk Heinrichs, dass man dachte, man wäre schon weiter, trifft es für mein Empfinden auf den Punkt. Nach den bisherigen Begegnungen gegen Männerteams in denen man sich gut präsentierte, teilweise schon schönen Fußball spielte, hatte man doch auf mehr als nur ein 3:3 gegen die Jenearinnen gehofft.

Auch ich war ein wenig enttäuscht über das was ich zu sehen bekam, ärgerte mich aber mehr über diese so unglaublichen Fehler vor den Gegentore, als über das Ergebnis selbst.

Ein Unentschieden, das im Vergleich zu dem Aufeinandertreffen der letzten Vorbereitung, nicht wieder so glücklich zustande kam, sondern verdient für beide Seiten war. Im Vergleich wirkte das, was man in Deetz sehen durfte kontrollierter als die Partie in Sangershausen aus 2013.

Damals war Jena, die klar bessere Mannschaft, das Unentschieden aus Potsdamer Sicht eher schmeichelhaft. Dieses Mal war man mehr Herr der Lage, hätte meiner Meinung nach, gewinnen müssen. Aber hätte, Wenn und Aber.

Es scheint so, dass das Trainerteam immer noch nach der optimalen Aufstellung für die Saison sucht. Lisa Evans spielt zu meist im Mittelfeld. Eine ungewohnte Position, mit der sie noch nicht so recht warm geworden ist. Gerade in der Defensivarbeit fehlt es an der Abstimmung mit Tabea Kemme.

In der Mitte durfte man an diesem Wochenende die „Jennifer“-Doppelsechs begutachten. Zietz als auch Cramer sollten eine doppelte Sicherung hinter Julia Simic darstellen. Zietz, an diesem Tag wieder Kapitänin, kämpfte gut, leistete sich aber einige Unkonzentriertheiten, Cramer hingegen fand mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie und löste ihre Aufgaben später souveräner.

Das Sorgenkind bleibt indes die Defensive. Inka Wesely funktioniert über einen Großteil der Spielzeit sehr ordentlich. Die neue Abwehrchefin produziert aber aus dem Nichts Abspielfehler, die zu Gegentoren, wie dem 2:1 kurz nach der Pause führten.

Was nicht heißen soll, dass sie diese Position nicht ausfüllen kann, ganz im Gegenteil. Ich bewundere Wesely für ihren Willen nach dem erneuten Kreuzbandriss zurück auf den Platz gekommen zu sein. Letzte Saison meist in der zweiten Liga aktiv, ist sie bemüht, die neue Rolle in der ersten Mannschaft auszufüllen.

Wer von ihr eine Leistung à la Draws oder Elsig erwartet, wird enttäuscht werden. Was für mich aber auch schier unmöglich ist, nach einer so langen Pause in der höchsten Spielklasse.

Geduld ist das Zauberwort, nicht nur für die Defensive, sondern für die gesamte Mannschaft. Die Saison wird nicht leicht werden, das sollte inzwischen jedem klar sein.

Noch sind zwei Wochen Zeit, das Team in Topform zu bringen und sie bereit für die erste Liga zu machen.  Ein letzter Test gegen Juvisy wird zeigen was unsere Mannschaft zu leisten imstande ist.

 

1. FFC Turbine Potsdam – FF USV Jena

  1. August 2014, 15 Uhr, Parkstadion in Deetz

1. FFC Turbine Potsdam: Sarholz – Kemme (85. Krug), Wesely, Kulis – Evans (85. Wells), Zietz, Cramer (46. Wälti), Andonova (85. Möller) – Simic (65. Szaj) – Nagasato, Anonma
FF USV Jena: Michel (77. Fischer) – Percival, Brosius, Schiewe (68. Hausicke), Hartmann – Keller (74. Löser), J. Arnold, Utes, Julien – Landeka, Rudelic

Tore:
1:0 Nagasato (10.),
1:1 Schiewe (27.),
1:2 Landeka (46.),
2:2 Andonova (54.),
2:3 Landeka (62.),
3:3 Anonma (64.)

Zuschauer: 800
Schiedsrichter: Nico Dreschkowski

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