„Es sollte wohl einfach nicht sein“

Hinter der Potsdamerin Ada Hegerberg liegt eine ereignisreiche Europameisterschaft. Jetzt ist sie zurück bei ihrem Club in Deutschland. Ein Gespräch über die EM, die kommende Saison und auch über den Wechsel ihrer Schwester Andrine.

Seit einigen Tagen sind Sie wieder zurück in Potsdam. Wie geht es Ihnen?
Ich bin leicht verletzt, falle aber nur 2 Wochen aus, vielleicht auch weniger. Es sind ein paar Bänder und die Kapsel im Fuß beschädigt.

Wann haben Sie sich diese Verletzung zugezogen?
Die Verletzung ist vom Spiel gegen Spanien, dort habe ich einen Schlag abbekommen. Unmittelbar nach der Europameisterschaft hatte ich keinerlei Behandlung mehr, dadurch hat es sich etwas verschlimmert. Ich trainiere aber sehr viel Stabilisation mit den Physiotherapeuten, sodass es bald wieder besser sein wird.

Wo wir gerade bei der Europameisterschaft sind. Wie groß war die Enttäuschung über das verlorene Endspiel?
Direkt nach dem Finale waren wir sehr, sehr enttäuscht aber während des Urlaubs wurde einem klar, dass der zweite Platz sehr viel wert ist. Unser Ziel war das Erreichen des Viertelfinales. Für uns selbst war es überraschend, dass wir es bis ins Endspiel geschafft haben.

Woran erinnern Sie sich wenn Sie an das Spiel gegen Deutschland denken?
Es war ein komisches Spiel. Wenn man zwei Elfmeter zugesprochen bekommt, muss man das Spiel eigentlich gewinnen aber es war einfach nicht unser Tag. Wir waren vor allem enttäuscht, denn das war unsere große Chance gegen Deutschland zu gewinnen, was uns bisher nicht oft gelungen ist.

Sie haben selbst den vermeintlichen Ausgleich erzielt. Was schießt einem in dem Moment durch den Kopf?
Nach dem Treffer dachte ich, jetzt gewinnen wir dieses Spiel. Leider wurde er nicht gezählt. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Was fehlt den Norwegerinnen noch um so ein Spiel für sich zu entscheiden?
Für uns war es ein sehr gutes Turnier. Unsere Spielweise unterscheidet sich zu der von vielen anderen Mannschaften. Wir haben gut gekämpft und alles versucht, dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Was meinen Sie mit, sie spielen eine andere Art Fußball? Ich denke, wir müssen unsere Art Fußball zu spielen weiterentwickeln. Kämpfen können wir schon sehr gut, nur müssen wir uns noch technisch weiterentwickeln, zum Beispiel muss das Passspiel besser werden. Ohne das wird eine erneute Platzierung unter den Top Drei schwierig werden.

Wie sehen Sie persönlich die Zukunft der Norwegischen Nationalmannschaft?
Unser Team besteht auf der einen Seite aus sehr erfahrenen und auf der anderen Seite recht jungen Spielerinnen. Das Ganze muss sich erst mal so richtig finden und zusammenwachsen. Wenn das klappt und wir uns zusammen weiterentwickeln können, denke ich, dass Norwegen eine gute Rolle im Frauenfußball spielen kann.

Im Finale trafen Sie auf ihre Potsdamer Teamkollegin Jennifer Cramer. Hatten Sie vorher Kontakt miteinander?  
Eher wenig. Bei der Europameisterschaft zählt das eigene Land, nicht mit wem man zusammen im Verein spielt. In dem Moment geht es darum, für Norwegen zu kämpfen.

In wenigen Wochen startet die neue Saison. Wie groß ist die Vorfreude?
Es ist schön wieder zurück in Potsdam zu sein und ich freue mich sehr auf die neue Saison, obwohl ich auch weiß, dass ich hart an mir arbeiten muss. Mein Ziel ist es, in die erste Elf zu kommen. Ich hoffe, dort als Mittelstürmerin eingesetzt zu werden.

Ihre Schwester hat Potsdam im Sommer verlassen, ein Problem für Sie?
Nein, es ist gar kein Problem für mich. Ich verstehe mich gut mit den anderen aus der Mannschaft und habe viele Freunde hier und ich habe oft Besuch von zu Hause.

Kennen Sie die Gründe, wieso Sie den Verein verlassen hat?
Ich denke für sie war es das Richtige. In Göteborg kommt sie eher zu Einsatzzeiten aber ich kann nicht für sie sprechen, es ist ihre Entscheidung. Wenn ich für mich spreche, ich habe bis Sommer 2015 Vertrag und möchte diesen auch erfüllen.

Denken Sie Potsdam kann wieder eine wichtige Rolle in den Wettbewerben spielen?  
Wir trainieren in Potsdam sehr hart für den Erfolg. Ich denke daher, dass wir sehr gute Chancen haben. Zudem ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft sehr gut. Das wird, denke ich, ein wichtiger Faktor sein, um eine erfolgreiche Saison zu spielen. Wir müssen als Team zusammenhalten und gemeinsam für unsere Ziele kämpfen. Wir wünschen uns natürlich einen Titel, dafür müssen wir aber von Anfang an hart arbeiten. Die Saison ist sehr lang, schließlich ist Potsdam in allen drei Wettbewerben dabei. Die Champions League etwa ist das Größte im Fußball, man spielt gegen die besten Mannschaften Europas. Da muss man von Spiel zu Spiel denken.

Wen sehen Sie als größten Gegner im Kampf um die Titel?  
Große Konkurrenten sind Wolfsburg, und auch Bayern. Ihnen traue ich in dieser Saison sehr viel zu. Frankfurt aber natürlich auch. Die Liga in Deutschland ist sehr gut, kein Vergleich zu Norwegen. Vom Tempo und Niveau her ist das eine ganz andere Welt. Ich bin sehr froh, dass ich hier spielen kann.

Wir danken Ada Hegerberg für das Gespräch und wünschen ihr gute Besserung.

Veröffentlicht am 23. August 2013 unter Ladykick.net

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