Es war Liebe

Es kann deprimierend sein im Saisonendspurt nur einen Stehplatz am Seitenrand zu haben, wenn da nicht dieses eine Spiel noch wäre. Dieses eine in Köln.

Ach Pokal. Es war nicht immer einfach mit dir. Du ziertest dich anfangs ziemlich obwohl wir jedes Jahr beteuerten wie gern wir zu deinem Finale nach Berlin kommen würden. Aber du ließt uns nicht.

Gut, meist lag es an uns, die Gegner waren fast immer schlagbar aber wir schafften es einfach nicht sie zu bezwingen. Mal war es der Druck, mal die Nervosität, mal blankes Unvermögen.

2004 war es dann endlich soweit, wir durften ins Olympiastadion. Als Außenseiter besiegten wir den FFC mit 3:0, bewiesen das wir mehr als nur der ewige Zweite waren. Es war der erste Titel nach der Wende, bei dir begann unsere erste große Zeit. Insgesamt drei Mal in Folge sollten wir ins Finale kommen, jedes Mal nahmen wir den Pokal zurück mit nach Potsdam.

Man konnte schon sagen, es war Liebe.

In den darauffolgenden Jahren verloren wir uns ein wenig aus den Augen. Dein Wegzug aus Berlin tat uns, bei allen Vorteilen für dich, doch ein wenig weh. Aber es schien so als würdest  du uns vermissen. Du wolltest uns unbedingt dabei haben, bei deinem letzten Endspiel in Berlin. Du machtest es uns so leicht wie nie ins Finale einzuziehen.

Wir nahmen die Einladung gern an.  Wir hätten es sein lassen sollen.

Am Ende weinte der Himmel über Berlin mit uns. Sieben Gegentore, kein einziges geschossen und ab der 70. Minute Stoßgebete, dass es nicht noch zweistellig werden möge. Die höchste Finalniederlage aller Zeiten.

Wieso hast du uns das angetan? Waren wir nicht bereit genug? Wahrscheinlich nicht, denn den ersten ebenbürtigen Gegner trafen wir erst im Finale. Das konnte rückblickend nicht gut gehen.  Am Ende sahen wir das zwar beide ein, trotzdem zerbrach an diesem Nachmittag etwas.

Es wollte einfach nicht mehr mit uns klappen.

Nicht, das wir nicht wollten oder du. Wir hatten unsere Chancen. Zwei Mal durften wir noch mitmachen, 2011 und 2013. Aber so recht jubeln hast du uns nicht mehr lassen. Beide Male verloren wir recht unglücklich, mal wegen der Schiedsrichterin, mal war es der Pfosten.

Im letzten Jahr gaben wir schon in der zweiten Runde auf, frei nach dem Motto: „In Köln gewinnen wir eh nicht, können wir auch gleich gegen Essen rausfliegen.“ Die Essenerinnen belohnten sich am Ende mit dem Finaleinzug. Spinnt man die Geschichte weiter, hätten auch wir wieder im Finale stehen können.

In diesem Jahr schien es fast so als reichtest du uns die Hand, es nochmal miteinander versuchen zu wollen.

Du beschertest uns meist Gegner, die wir zu schlagen im Stande waren. Aber wir beide lernten aus den Fehlern der Vergangenheit. Anders als in der Saison 2008/09 stelltest du uns im Halbfinale noch einen echten Gegner entgegen, bei dem wir uns beweisen mussten.

Und mit Frankfurt schicktest du uns den Titelverteidiger und das auch noch auswärts. Es sollte eben kein leichtes sein, in dein Finale einzuziehen. Du wolltest erobert werden. Wir nahmen die Herausforderung an und kämpften gegen alles was du bereit hielst.

Ein erstklassiger Gegner, Sturm, Hagel, alles besiegten wir und entschieden dieses Spiel für uns.

Am 1. Mai stehen wir also nach 2 Jahren wieder in einem Finale. Ehrlich, wir sind nervös wie beim ersten Treffen. In den letzten Saisons lief nicht alles so wie wir es uns vorgestellt haben. Vieles verändert sich gerade. Wir wissen nicht so recht was die Zukunft bringen wird. Die Zeichen sind positiv aber man weiß eben nie vorher, wie es am Ende kommen wird.

Auch du hast dich verändert. Der Kölner Umgang tut dir nicht immer gut. Manches nervt uns ein wenig an dir, aber unsere gemeinsame Vergangenheit verbindet.

Weißt du noch wie du uns 2004 das Selbstbewusstsein schenktest, dem so viele Titel folgen sollten? Ja, selbst 2009, als du uns so verletztest, zogen wir daraus die Kraft den Weg zurück an die Spitze zu finden. Sowas vergisst man eben nicht.

In dieser Saison bist du unsere letzte Möglichkeit zu beweisen, dass wir es immer noch können, immer noch zu den Besten zählen. Einen Sieg haben wir so nötig wie vor 11 Jahren.

Vielleicht sogar noch ein wenig mehr.

Aber wir wollen nichts geschenkt, wir werden um dich kämpfen und beweisen, dass du zu uns gehörst. Eventuell schenkst du uns dieses Mal ein Quäntchen Glück, welches man eben braucht um dich für sich zu gewinnen.

Du weißt gar nicht was es uns bedeuten würde.

 

 

 

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