„Es war Zeit für eine Veränderung“

Julia Simic wird nach acht Jahren den FC Bayern München verlassen und zum 1. FFC Turbine Potsdam wechseln. Sie stand uns vor wenigen Tagen Rede und Antwort zu diesem Thema.

Wie geht es Ihnen, sind sie wieder richtig fit?
Danke, mir geht es vom Knie her mittlerweile sehr gut. Zwar bin ich zum Teil noch in der Reha, um meine Muskulatur weiter aufzubauen aber seit 6 bis 7 Wochen trainiere ich mit der Mannschaft und kann dort auch alle Einheiten mitmachen. Aber ich denke, es wird noch eine gewisse Zeit dauern, ehe das Vertrauen in das Knie wieder komplett da ist.

Könnten Sie schon wieder spielen?
Das Knie ist stabil, deshalb könnte ich schon spielen. Mir ist allerdings wichtig, dass bevor ich wieder zu 100% auf dem Platz stehe, nicht nur das Knie top, sondern der Körper auch muskulär und konditionell der Körper wieder auf höchstem Niveau ist.

Apropos Turbine Potsdam. Ist ein Wechsel nach solch einer langen Verletzungszeit nicht ein gewisses Risiko?
Ich habe da eher ein gutes Gefühl. Auf die Bank will ich mich bei Turbine nicht setzen, es ist auch mein eigener Anspruch Stammspielerin zu werden. Sollte ich verletzungsfrei bleiben und meine Form finden, werde ich das auch schaffen. Davon ist auch der Trainerstab überzeugt.

Zudem hätte ich mich durch die Verletzung auch in München neu beweisen müssen. Und ob ich dies nun hier oder bei einem neuen Verein tue, spielt nicht so eine große Rolle. Und mit Turbine Potsdam habe ich einen sehr guten neuen Verein gefunden, bei dem ich auch um Titel mitspielen kann.

Darüber hinaus sagt mir mein Bauchgefühl, dass es das Richtige ist. Es war Zeit für eine Veränderung. Ich will mir persönlich beweisen, dass ich es bei einer großen Mannschaft schaffen kann.

In ihrem neuen Team ist mit Stefanie Mirlach eine ehemalige Teamkollegin von Ihnen. Hat Sie das beeinflusst?
Natürlich habe ich mit Stefanie Mirlach darüber gesprochen, wie es denn in Potsdam so ist und worin die Unterschiede zwischen beiden Vereinen bestehen. Es macht das ganze natürlich um einiges einfacher, aber allein wegen der Steffi bin ich nicht hierher gekommen. Es war eher der Gesamteindruck, der mich überzeugt hat.

Freuen Sie sich schon auf das intensive Schrödersche Training?
Man hört ja so einiges, dass das Training sehr hart ist. Auch mit Steffi Mirlach habe ich darüber gesprochen. Soviel wie Turbine trainiert wohl keine andere Bundesligamannschaft. Aber da ich mich in der Athletik weiter verbessern möchte, ist das genau die richtige Adresse. Ich habe regelrecht Lust auf das Training. Es schadet schließlich nie zu 100 Prozent fit zu sein. Der Respekt vor drei Einheiten am Tag ist aber in jedem Fall da, doch da muss man sich dann eben durchbeißen.

So wie es momentan aussieht, spielt Turbine Potsdam in der nächsten Saison keine Champions League. Ein Problem für Sie?
Noch ist nichts entschieden. Mit Bayern spielen wir am letzten Spieltag in Frankfurt und Potsdam hat noch ein Nachholspiel. Da kann noch viel passieren. Natürlich würde ich gerne international spielen. Sollte dies aber nicht der Fall sein, wird das nichts an meiner Vorfreude auf Potsdam ändern.

Der Kader ist gerade mal wieder sehr im Umbruch. Wie viele Spielerinnen kennen Sie schon aus ihrer neuen Mannschaft?
Ulla Draws und Tabea Kemme kenne ich schon aus den Nationalmannschaften. Zudem noch viele andere von den Bundesligaspielen oder anderen Veranstaltungen. Ansonsten bin ich sehr anpassungsfähig. Außerdem ist man ja in Potsdam darin geübt neue Spielerinnen zu integrieren.

Herr Schröder sprach im Vorfeld davon Sie als „10“ aufzustellen? Ist das Ihre Lieblingsposition?
Persönlich sehe mich auch als klassischen Zehner mit mehreren Stürmern vor mir. Ich bin eher der Vorbereiter als der Vollstrecker, daher gefällt mir das System auch sehr gut. Bei Bayern haben wir mit dem 4-4-2 eher ohne einen Zehner gespielt, deshalb freue ich mich umso mehr diese Position hier jetzt spielen zu können. Ich bin sehr gespannt wie ich diese ausfüllen und bewältigen kann.

Abschließende Frage, was sind Ihre sportlichen Ziele in den nächsten Jahren?
Das erste große Ziel für mich ist, dass ich gesund bleibe und in Form komme. Nach über einem Jahr ohne Spiel ist das auch das Wichtigste, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Aber ich gehe natürlich auch zu dem Verein um Titel zu gewinnen.

Sollte ich dort gute Leistungen bringen, wird auch die Nationalmannschaft ein Thema für mich werden. Aktuell denke ich aber noch nicht daran.

 

Wir bedanken uns bei Frau Simic für das Gespräch und wünschen Ihr viel Glück für die Zukunft.

 

Veröffentlicht am 6. Mai 2013 auf Ladykick.net

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