Hat trotzdem Spaß gemacht, Turbine 2012/13

Tja, was war das für eine Saison? Der Verein nannte sie kurios. Ja, das bringt es wohl auf den Punkt. Wer das Pokalfinale gesehen hat, muss zugeben, es war wie ein Spiegelbild der Saison.

Der Anfang bemüht, dann hat man erst Glück und später Pech. Nimmt sich zur zweiten Hälfte viel vor um noch ärger in Bedrängnis zu geraten. Doch wie ein Weckruf reißt man das Ruder fast noch herum. Man schnuppert am Sieg, am Ende reicht es dann aber doch nicht.

Im Pokal wurde ein 0:3 noch in ein 2:3 verwandelt, die Verlängerung war greifbar. Es sollten zwei Zentimeter am Ende fehlen, Ada Hegerberg wird wohl immer noch von dieser Winzigkeit träumen, die vielleicht hätte alles ändern können.

In der Liga gab es noch das Happy End. Nach desolaten Leistungen in Essen und Frankfurt schenkte uns der FC Bayern München am Ende noch die Champions League Qualifikation. Ich habe mich noch nie so sehr über einen Sieg der Münchnerinnen gefreut wie an diesem Tag.

Unterm Strich war das ein versöhnliches Ende einer Saison, die dem Anschein nach, mehr negatives als positives hatte. Nie kam die Mannschaft in einen echten Rhythmus, konnte ihre echte Stärke so gut wie nie abrufen. Die besten Spiele der Saison sollten ausgerechnet zu Hause gegen den FC Bayern München sein, sowohl in der Liga, als auch im Pokal.

Die Spiele gegen Arsenal London zeigten hingegen auf, wo die Mannschaft damals und vielleicht auch noch heute steht. Im Achtelfinale der Champions League war Schluss gegen den englischen Meister. So früh war noch nie Schluss gewesen.

Die Gründe für diese Tatsache sind schnell gefunden. Da war das Verletzungspech, das Potsdam ereilte. Wenn Torfrauen Feldspielerinnen Trikots bekommen, um eine Auswechslerin mehr auf der Bank zu haben, ist das nie ein gutes Zeichen. Mit gefühlten 14 Spielerinnen kann man einfach keine ordentliche Hinrunde spielen.

Und trotzdem war der Abstand nur ein Punkt zum VfL, doch in den entscheidenden Momenten fehlte uns ein Drecksack auf dem Platz, wie Schröder es nannte. Ein echter Leader, eine die auch mal ein Zeichen setzt, fehlte.

Die Stelle wird zur neuen Saison auch ausgeschrieben, es gäbe da ein paar Kandidatinnen, allen voran Jenny Zietz, unsere Kapitänin, die die Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlte.

Es ist aber nicht die einzige Position, die neu besetzt werden muss, denn „the same procedure as every year“ ist in Potsdam eine gute (oder schlechte) Tradition geworden. Und so wird nach den Abgängen eine neue Topstürmerin für das Zentrum und eine neue Nummer 1 gesucht, die mithelfen sollen weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen.

Um die Zukunft ist mir trotzdem nicht Bange. Das Team hat trotz allem Qualität und Charakter, allein die Erfahrung fehlt ihnen. Selbst nach solch einem Seuchenjahr waren es am Ende dann doch nur vier Punkte und eben diese zwei Zentimeter, die zu einem Titel fehlten. Deutscher Hallenmeister sind wir schließlich doch noch geworden.

Also, auf ein Neues 2013/14! Wieder mit neuen Spielerinnen, dafür immer noch dem ewigen Schröder. Der bezeichnete die kommende Saison als interessant, und ich bin überzeugt, genau das wird sie wohl auch. Ob es schon wieder für Titel reicht, bezweifele ich ein noch ein wenig, aber die Qualifikation für die Champions League muss schon sein.

2015 kommt dieses Finale nämlich nach Berlin, quasi vor die eigene Haustür.

 

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