Hinter dem eigenen Anspruch

Eben noch freute man sich über die Punkte die Frankfurt hatte liegen lassen, jetzt steht man selbst wieder mit dem Rücken zur Wand. Denn dank der Niederlage gegen die SGS Essen muss am Mittwoch gegen den FFC schon fast ein Sieg her.

Doch wie soll das gelingen? Ich habe so meine Zweifel wie das werden soll. Nicht das ich der Meinung bin, dass man nicht auch mal ein Spiel verlieren kann. Nein, dass ist es wahrlich nicht. Die SGS ist ein gutes Team, zu Hause durchaus eine Macht. Aber die Art und Weise der Niederlage war doch erschreckend. In den 90 Minuten sah ich ein Team in blau, dass gegen elf Spielerinnen in rot spielte. An diesem Tag der entscheidende Unterschied.

Es gab bei Potsdam kein WIR, kein UNS, nur ein ICH. Zu viel Platz zwischen den Mannschaftsteilen. Zu viel Abstand zueinander. Spielkultur war nur selten zu erkennen. Der Mitspielerin wird nicht geholfen, wenn sie in Bedrängnis ist, wozu auch. Abgespielt wird auch nicht und wenn dann mal doch, sind drei Meter eigentlich schon zwei zu viel. Denn ankommen tut der Ball mehr als selten. Alleinig lange Bälle sollen das Mittel sein, man beschränkt sich auf Konter.
Eine Taktik, die einer solchen Mannschaft nicht würdig ist. Der Anspruch sind Titel, die Champions League, nur muss man das eben auch ausstrahlen, wie ich finde. Allein die Worte reichen da nicht. In der Öffentlichkeit spricht man von Tiki-Taka, nur Kick and Rush ist die traurige Realität. Ein Faden, der sich schon durch die gesamte Saison zieht. Wirklich spielerisch überzeugt, hat man nur in den Spielen gegen den FC Bayern zu Hause vielleicht, teilweise auch gegen die Frankfurterinnen. Viel mehr Spiele fallen mir leider nicht ein.

Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft keine Qualität hat, oder gar der Wille fehlt. Beide spreche ich diesem Team nicht ab. Woran also hängt es? Am Anfang waren es die Verletzten, jetzt sind es wohl wieder mal die Abgänge.Denn nichts ist in Potsdam so beständig wie die Fluktuation. Immer wieder Abgänge, immer neue Spielerinnen.

So viel wie in den letzten Jahren kamen und gingen, bei anderen Teams würde das auf Jahrzehnte reichen. Diese Tatsache allein sorgt dafür das sich die Mannschaft immer wieder aufs Neue finden muss. Eine echte Hierarchie ist schwer entwickelbar. Ein echter Leader wird noch gesucht. Die, die es sein sollen, sind aktuellen noch verletzt.

Es folgen nun noch sechs Spiele in dieser Saison. Am Mittwoch gegen Frankfurt. Vielleicht das wichtigste in letzter Zeit. Gewinnt man, ist die Champions League in greifbarer Nähe, verliert man, ist dieses Ziel wohl unerreichbar. Sollte man diese nicht erreichen, wäre das sowohl ein sportlicher als auch ein finanzieller Rückschlag für den Verein.
Den Schlusspunkt dieser so komischen Saison wird das Pokalfinale in Köln setzen. Dieses Spiel könnte alles ein wenig versöhnlicher machen, würde man wirklich gewinnen. Könnte, aber auch nur. Allein der Glaube fehlt mir im Moment.

Wie die Wende zu schaffen ist, eine Antwort darauf habe auch ich nicht. Nur eines muss klar sein, die Mannschaft muss selbst wissen, wohin die Reise gehen soll. Schon am Mittwoch wird man sehen, für was sie sich entschieden hat. Da geht es dann eben gegen den großen Rivalen den FFC. Das Spiel der Enttäuschten, kommt mir bei dieser Paarung in den Sinne. Es wäre ein passender Titel, denn so recht zufrieden können beide mit dieser Saison nicht sein.

Eine von beiden kann sie am Ende vielleicht doch noch etwas retten. Ich hoffe es wird die Richtige sein.

Kommentar verfassen

Folge mir auf Facebookschliessen
Powered by LikeJS
oeffnen
%d Bloggern gefällt das:
<\/body>