Man muss geduldig sein

Sie wirkt immer noch nach die letzte Saison. Dieses Ende, diese Spiele in denen man in nur wenigen Wochen alles verlor, was man sich eine ganze Saison aufgebaut hatte.

Die Champions League wird fehlen

Die Gründe wurden gesucht und an mancher Stelle gefunden. Führungsspielerinnen verletzten sich, die mangelnde Erfahrung, und wohl mal wieder Unruhen innerhalb der Mannschaft.

Die Folge ist, dass der Mittwoch nun oftmals wieder spielfrei bleibt. Ohne Champions League ist es irgendwie halt doch nicht dasselbe. Das Flair, die Namen, die Atmosphäre.

Auf all das müssen wir verziehen, aber vor allem die Mannschaft. Denn auch im Frauenfussball, ist die UWCL, der Wettbewerb von dem jede träumt. Und so wird diese Saison mehr deutsche Provinz und weniger europäische Hauptstadt.

Eine Tatsache, die noch mehr schmerzt, wenn einem wieder in den Sinn kommt, dass das Finale in Berlin stattfinden wird. Nicht gerade zu Hause, aber doch vor der eigenen Haustür. Eine Chance, die ungenutzt bleiben muss.

Der Jugend wieder eine Chance geben

Aber vielleicht auch eine, die man zum Guten wenden kann. In der Sommerpause folgte der große Schnitt, der schon länger bekannt war.

Gleich fünf Spielerinnen aus der Jugend stehen nun im Erstligakader der Turbinen. Zurück zu den Wurzeln, wenn man so will. Ein System, was in der Vergangenheit zu vielen Titeln führte.

Neuverpflichtungen gab es bisher nur eine. Mit Magdalena Szaj wurde ein junges polnisches Talent geholt. Noch zwei Spielerinnen aus der NWSL sollen folgen. Sie sollen vor allem die Lücken von Stefanie Draws und Johanna Elsig stopfen, da beide noch an ihren Knieverletzungen laborieren.

Die wichtigsten „Neuverpflichtungen“ für mich waren zum einem die vorzeitige die Vertragsverlängerung von Pauline Bremer. Die Meldung überraschte und so mancherorts, ärgerte man sich sicher gewaltig.

Zum Anderen wurde Achim Feifel in das Trainerteam von Potsdam geholt. Zunächst für Nachwuchs und Taktik verpflichtet, steckt wohl ein tieferer Sinn dahinter. Für mich ist es so gut wie sicher, dass langsam aber sicher die Ära Schröder endet.

Stellt sich der ehemalige HSV-Coach nicht zu schlecht an, wird er es wohl werden. Derjenige, der sich an den so großen Fußspuren versuchen darf. Ich halte ihn für fähig, den Verein auch in Zukunft erfolgreich und im Sinne der bisherigen Philosophie weiterzuführen.

Testspiele von schön bis gruselig

Was uns sportlich erwarten wird, mag ich kaum erahnen. Die Testspiele schwankten von wunderbar bis unheimlich. Mit einem leicht veränderten System mit Doppel-6 wird wohl gespielt.

Gerade gegen Jena und auch Juvisy war man vorne zu inkonsequent und hinten ließ man zwar wenig zu, leistet sich aber immer wieder nicht zu erklärenden Unkonzentriertheiten. Es war zum Haare raufen.

Positives gab es aber zu Berichten. Die „Küken“ Victoria Krug und Vanessa Fischer wussten schon zu überzeugen. Auch war erkennbar, bewahrte die Mannschaft die Ruhe und vertraut auf die eigene Stärke, strahlte sie eine ungemeine Gefahr im Vorwärtsgang aus.

Nur oft fehlt das Vertrauen, nach 15 Minuten verlässt sie oft der Mut und das Team wird hektisch. Man spürt regelrecht die Verunsicherung. Grund hierfür ist zum einen die Jugendlichkeit.

Geduldig bleiben und etwas Nachsicht zeigen

Denn jung ist dieses Team. Mit im Schnitt 21,13 Jahren liegt am auf Platz 3 hinter Essen (20,68) und Leverkusen (20,70).

So heißt es geduldig bleiben, vor allem bei denen, die auf Rasen herunter schauen. Sie wird anstrengend werden die Saison 2014/15, auch für die Zuschauer. Die Niederlagen werden mehr werden, als früher. Titelambitionen? Für mich in weiter Ferne. Selbst das angestrebte Ziel der CL-Qualifikation wird schwer werden.

Daher braucht es auch jeden einzelnen auf und neben dem Platz. Die Mannschaft braucht die Unterstützung mehr denn je. In diesem Zwischenjahr, was auch ein wenig zeigen wird, wohin es in Zukunft gehen wird.

Wie schon so oft, das Potential ist da, nur müsste das Team endlich beieinander bleiben. Im Sommer laufen wieder etliche Verträge aus. Mir graut es jetzt schon wieder vor der Rückrunde, wenn die ersten Wechsel feststehen.

Aber vielleicht wird dieses Mal auch alles anders, der Saisonverlauf anders als wie gedacht.

Ich lasse mich gerne überraschen und vor allem freue ich mich auf die neue Saison. Wir werden wieder leiden, jubeln und jede weitere Form der Emotion erleben, nur durch den Fußball.

 

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