Mit Glück ins Endspiel

3 Monate, 3 lange Monate ohne sonntäglichen Fußballbesuch. Der Winter machte es möglich das im Jahr 2013 bisher nur ein Pflichtspiel auswärts gegen den SC Freiburg stattfand. Am 3. März sollte aber endlich wieder der Ball im KarLi rollen.

Als Gegner hatte man keinen geringeren als den aktuellen Pokalsieger FC Bayern München zu Gast. Schon im Oktober waren die Roten zum Punktspiel in der Bundesliga hier. Das Ergebnis damals, ein knappes 2:1.

Dieses Mal ging es nicht um 3 Punkte, sondern um den Einzug ins Endspiel nach Köln. Ein vorgezogenes Finale, wie einige meinten. Auf jeden Fall versprach die Spielpaarung einiges.Pünktlich um 13 Uhr rollte dann der Ball über den nicht so grünen Rasen.

Dem Zuschauer bot sich das Bild eines echten Pokalspieles, bei dem beide Mannschaften um ihre Stärke wussten. Viel Kampf und Geplänkel im Mittelfeld, wenig echte Spielkultur. Die erste Chance des Spiels hatte der FC Bayern. Sarah Hagen versuchte sich von der Strafraumgrenze, die Potsdamer Torfrau Alyssa Naeher konnte diese aber zur Ecke klären.

Auf der Gegenseite zwang Stefanie Draws Kathrin Längert nach einer Direktabnahme zu einer Glanzparade. Ansonsten war nicht viel los auf dem Platz. Es ging nach 45. Minuten torlos in die Kabine, was auch leistungsgerecht war.

Im zweiten Durchgang setzten die Turbinen die ersten Akzente. Was Genoveva Anonma an Fortune noch fehlte, machte Lisa Evans kurz darauf besser. In der 52. Minute versenkte sie einen Ball im Bayern Gehäuse, der zuvor noch abgewehrt werden konnte. Wer auf der Tribüne nun dachte, das Spiel würde jetzt geordneter laufen, hatte sich mal wieder geirrt.

Denn in der Folgezeit beschränkte sich der Deutsche Meister zwar auf Konter, aber mit zunehmender Spielzeit entglitt ihm mehr und mehr das Geschehen. Zu viele Fehlpässe und ein gewisses Maß an Fahrigkeit ließen einen immer mehr an der Führung zweifeln.

Die Bayerinnen erhöhten zudem immer mehr den Druck, schließlich machte bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Tor den Unterschied. Für diesen Aufwand belohnten sie sich dann selbst. Nach einem langen Ball pennte die komplette Potsdamer Abwehr und Sarah Hagen hatte im Anschluss keine Probleme den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen.

In der folgenden Zeit war der Pokalsieger dem 2:1 näher als die Turbinen der Verlängerung. Der Meister wirkte physisch nicht mehr auf der Höhe und schleppten sich mehr schlecht als recht in die Verlängerung. Extra-Schicht war also angesagt, in der es so weiter ging wie der Schluss der regulären Spielzeit geendet war.

Die Bayern- Frauen machten weiterhin Druck, und Potsdam sich das Leben wieder selbst schwer. Echte Spielkultur boten nur noch die Gäste. Die erste Kombination nach einer gefühlten Ewigkeit brachte den Meister unverhofft zurück ins Spiel. Lisa Evans wurde von Amber Brooks im Strafraum gefoult, die Schiedsrichterin Marina Wozniak entschied auf Elfmeter.

Spielführerin Yuki Ogimi trat an und verwandelte sicher. Und wieder hätte alles so schön sein können. Aber direkt im Anschluss hatte man wieder Grund zum verzweifeln, denn Ivana Rudelic stand plötzlich allein vor der Potsdamer Torfrau. Diese konnte sie zwar mit ihrem Rechtsschuss überwinden, doch der Ball drehte sich im letzten Moment noch an den Pfosten. Damit ging es mit einer knappen Führung in die zweite Hälfte der Verlängerung

In diesen 15 Minuten entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. Potsdam mit der zweiten Luft und Bayern weiterhin mit großem Offensivdrang. Die Entscheidung brauchte dann ein Konter über Patricia Hanebeck, den Lisa Evans im 1 gegen 1 im Tor versenkte.

Aber der Titelverteidiger steckte nicht auf, versuchte nochmals alles, nur zählbares kam dabei nicht mehr heraus. Mit dem Schlusspfiff sorgte Pauline Bremer für den 4:1 Endstand. Die 16-jährige belohnte sich mit diesem Tor für ihren überzeugenden Pokaleinsatz

Am Ende steht da nun ein 4:1, das in seinem Ergebnis zu hoch ausgefallen ist. Die Frauen aus Bayern waren wieder ein Stück dichter am Sieg als schon im Oktober. Ein intensives Spiel hatte mit dem deutschen Meister einen Sieger gefunden, der einen Tick glücklicher gewesen ist.

Ein Elfmeter zur rechten Zeit und ein Stück Dusel machten das Finale möglich. Auch der FC Bayern hätte den Sieg durchaus verdient gehabt, dem entsprechend genickt waren nach dem Schlusspfiff nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Trainer.

Im Endspiel geht es jetzt gegen den aktuellen Tabellenführer VfL Wolfsburg, der Zweikampf der diese Saison prägt. Es wird die sechste Finalteilnahme der Turbinen am 19. Mai in Köln. Die Bilanz ist bisher noch positiv, drei Titeln stehen zwei Niederlagen gegenüber. Aber dazu mehr zu gegebener Zeit.

Das nächste Pflichtspiel steht am 17. März in Frankfurt an. Es wird den Weg weisen in der Meisterschaft, für beide Teams.

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