Neun Tore bei tropischen Bedingungen

Vor der neuen Saison hat der liebe Gott oder Herr Schröder, was so in etwa dasselbe ist, das eine oder andere Testspiel gesetzt.

Das Erste dieser Art fand in diesem Jahr in Treuenbrietzen statt. Für Einige ein bekannter Spielort. Gegen den TSV wurde schon einmal getestet, Potsdam trug 2011 hier auch sein Spiel gegen den FF USV Jena, im Rahmen des Bundesliga Cups, aus.

In diesem Jahr war man als Gast zur 100-Jahr-Feier des TSV geladen, aber nicht gewillt nur Geschenke zu verteilen.

Bei tropischen 30 Grad im Schatten erwischten die Gastgeber den denkbar besten Start, den man sich wünschen konnte. Unzulänglichkeiten in der Abwehr und das bessere Sprintvermögen der Männer sorgten für eine schnelle 2:0-Führung.

Knappe 10 Minuten sollte es aber nur dauern, ehe Potsdam zumindest einmal zum Abschluss kam. Versucht hatte sich Natascha Andonavo, die den Ball aber über das Tor beförderte.

Der zweite Schuss saß jedoch. Nach einem Abschlag von Anna Sarholz, leitete Pauline Bremer weiter auf Andonova. Diese bediente Genoveva Anonma, die sich die Chance nicht nehmen ließ, um auf 2:1 zu verkürzen.

Es sollte nicht die letzte Aktion der Stürmerin aus Äquatorial-Guinea bleiben. Wenig später musste sich der TSV Torwart ordentlich strecken, um ihr zweites Tor zu verhindern. Im Gegenzug nutzen die Treuenbrietzener abermals einen Abstimmungsfehler zum Ausbau der Führung auf 3:1.

Ungestört dessen kamen die Gastgeberinnen immer besser ins Spiel. Der Ball lief, meist flach und weniger hoch, gut in den eigenen Reihen, sodass kurz vor der Pause durch Anonma und Andonova der Ausgleich gelang.

Nach dem Seitenwechsel gab das Trainerteam Inka Wesely, Wibke Meister und Asano Nagasato die Gelegenheit sich zu präsentieren. Potsdam gelang es in der Folgezeit mehr und mehr, das Spielgeschehen an sich zu reißen.

Anonma, die zu den Besten an diesem Tag gehörte, gelang noch ihr dritter Treffer und brachte ihr Team erstmals in dieser Partie in Front. Lange sollte diese Führung jedoch nicht halten, weil der TSV wieder eine Unsicherheit nutzte und zum 4:4 ausglich.

Den tortechnischen Schlusspunkt setzte man Ende aber doch Turbine. Nach einem Handspiel verwandelte Jennifer Zietz sicher vom Elfmeterpunkt zum 5:4-Endstand aus Sicht der Gäste.

Nach ein wenig mehr als 90. Minuten blieb ein recht positiver Eindruck. In jedem Fall ein besser, als nach dem ersten Testspiel in der letzten Saison. Turbine war nach kurzer Eingewöhnungsphase fast über die gesamte Spielzeit Herr der Lage.

Es wurde, recht oft, erfolgreich kombiniert. Lange Bälle kamen, wenn dann, nur als Flanke in die Mitte vor. Die Mannschaft wirkte kompakt, verschob gut und machte die Räume eng, sodass kaum Lücken entstanden.

In der Offensive gefiel schon vieles sehr gut. Die Defensive hingegen wirkte oftmals nicht abgestimmt, zu viele einfache Fehler, welche meist direkt bestraft wurden.

Bei den Spielerinnen gefiel besonders Anonma aber auch Andonova im Sturm, die beide gut miteinander harmonisieren. Vor allem Anonma merkte man die Spielfreude an diesem Samstag an, ihre drei Tore sprechen, denke ich für sich.

In der Mitte gewohnt sicher agierte Lia Wälti, die erstmals, Turbine als Kapitänin aufs Feld führte. Eine gute Wahl sollte dies so bleiben.

Julia Simic hingegen fehlte, wie leider so oft, noch die letzte Präzision. Sie machte trotz dessen eine gute Partie und zeigte auch, dass sie gewillt ist, als Führungsspielerin Verantwortung zu übernehmen.

Defensiv war Lidija Kulis, die Sicherste der Drei und hatte mit zunehmender Spieldauer immer weniger Schwierigkeiten sich zuhaupten. Auch fiel sie mit präzisen Pässen in die Spitze auf.

Von den Einwechslern zur Halbzeit gelang es vor allem Wibke Meister, sich in den Vordergrund zu spielen. Sie räumte auf der Sechser-Position alles ab, was sie erreichen konnte.

Nach 70. Minuten bekamen noch Ingrid Wells und Felicitas Rauch ein wenig Einsatzzeit. Beide fügten sich nahtlos in das System ein, wie im Übrigen alle. Ein Bruch im Spiel war nie erkennbar.

Wells kam über außen und sorgte auf der rechten Seite für ordentlichen Schwung und auch das Küken Rauch stellte unter Beweis, warum sie in die erste Mannschaft geholt wurde. Ihr gelang sogar ein Tor, welches aber zu Recht, wegen Abseits aberkannt wurde.

Noch wichtig an diesem Nachmittag, die neuen Trikots wurde ausgeführt. Das Branding des neuen Ligasponsors am Ärmel lief man in gewohntem Blau auf.

Mit weißen Schulterblättern auf denen blaue Punkte prangen und Glanzstreifen, welche nun Quer- und nicht wie in der vergangenen Saison Längsstreifen sind, will man die Saison 2014/15 bestreiten.

 

Aufstellung 1. FFC Turbine Potsdam:
Sarholz – Kulis, Zietz, Kemme (45. Wesely) – Andonova (70. Rauch), Cramer (45. Meister), Wälti, Evans (70. Wells) – Simic – Bremer (45. Nagasato), Anonma

Tore:
1:0 (8.),
2:0 (10.),
2:1 Anonma (20.),
3:1 (32.),
3:2 Anonma (40.),
3:3 Andonova (42.),
3:4 Anonma (55.),
4:4 (66.),
4:5 Zietz (77., Handelfmeter)

Zuschauer: 800

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