Winterpause in der Frauenbundesliga

Seit gut einer Woche ist die Hinrunde der Saison 2012/13 in der Frauenbundesliga zu Ende. Doch welche Erkenntnisse haben wir gewonnen, nach diesen 11 Spieltagen?

Fakt 1: Die Saisonplanung

Der DFB hatte es (mal) wieder nicht geschafft den Terminplan der Bundesligasaison mit anderen FIFA oder UEFA- Veranstaltungen abzugleichen. Denn Anfang September, als die ersten Spieltage der Liga terminiert waren, fand auch die U-20 WM in Japan statt.

Bei einem erreichen der Halbfinals hätte dieses Auswirkungen auf den Spielplan. Und so kam es, wie es kommen musste. Die DFB- Juniorinnen erreichten sogar das Finale und in der Liga wurde wieder fleißig verschoben. Spiele einzelner Mannschaften wurden umgelegt, und so sollte es bis zum 5.Dezember dauern, ehe die Tabelle bereinigt war.

Warum man dieser Problematik nicht schon im Vorfeld aus dem Weg gegangen ist, weiß niemand. Aber vielleicht traut der DFB seinen Juniorinnen- Mannschaften auch nicht mehr so viel zu, als das man dies berücksichtigen müsste.

Fakt 2: Sportliches

Der VfL Wolfsburg ist Herbstmeister geworden. Aber nicht so überlegen wie viele dachten. Am Ende ist es nur ein Punkt Vorsprung vor dem 1.FFC Turbine Potsdam, obwohl man das direkte Duell gewonnen hatte.

Enttäuscht hat indes der 1. FFC Frankfurt. Vor der Saison gerne als FFC Deutschland betitelt, schließlich besteht der Kader fast komplett aus deutschen Nationalspielerinnen, schafft es niemand die Damen auf Kurs zu bekommen. Schon früh in der Saison muss Trainer Kahlert gehen, aber auch unter dem neuen Trainer Dahm läuft nicht alles rund. Vier Punkte auf Platz 1 und drei auf Platz 2 sind nicht viel, doch die Art und Weise der Punktverluste wirft Fragen auf.

Überraschen konnten hingegen die Mannschaften aus Freiburg, Essen und Jena. Gerade beim USV wetteten sehr viele darauf, dass diese Mannschaft absteigen wird. Viel hat man mit dem Abstieg nicht zu tun, gegen direkte Konkurrenten immer gepunktet. Anders sieht es da bei Leverkusen, Duisburg, Gütersloh und Sindelfingen aus. Leverkusen kann sein Potenzial nicht abrufen, Duisburg hingegen ist nach zahlreichen Abgängen im Sommer noch in der Findungsphase. Die beiden anderen sind Aufsteiger und zahlen das übliche Lehrgeld in Liga eins.

Fakt 3: Die Schiedsrichterinnen

Wenn man über den Schiri redet, ist dies meist kein gutes Zeichen. Und es wurde über die Frauen an der Pfeife und der Linie geredet, viel sogar. Die Leistungen in der Hinrunde waren leider oftmals mehr als dürftig. Einige Trainer äußerten sich diesbezüglich auch öffentlich. Fehlentscheidungen und mangelnde Souveränität waren ein ständiger Gast auf dem Fußballplatz. Eine Tatsache, die dem Sport nicht gut tut.

Wenn einfache Abseitsstellungen nicht erkannt werden oder Trainer, nach einem einfachen Nachfragen auf die Tribüne verbannt werden, macht man sich ein wenig lächerlich. Ein Problem was aber auch hausgemacht ist. Als Frau findet man sich sehr schnell in der ersten Liga wieder.

Im Gegensatz zu den Männern, die Jahre brauchen ehe sie nur 2. Liga pfeifen dürfen. Auch setzt man die beste Frau an der Pfeife, Bibiana Steinhaus, lieber in den Männerligen ein, als bei den Frauen. Über die Jahre ist das Niveau der Liga langsam immer mehr gestiegen, nur leider nicht bei den Schiedsrichterinnen.

Der DFB sollte sich deren mal annehmen, zur Not auch gerne Mal Männer schicken.

Die Rückrunde verspricht einiges. An beiden Enden der Tabelle kämpfen mehrere Mannschaften entweder um den Titel, oder die Erhaltung der Klasse. Entschieden ist noch nichts, denn selbst die übermächtigen Wolfsburgerinnen ließen zum Ende hin Federn.

Man kann nur hoffen, dass man Ende nicht wieder nur über die Schiedsrichterinnen und über das Terminchaos redet, sondern über eine sportlich ansprechende Saison.

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